Bürgerschützengilde Bad Oldesloe

Waffenerwerb- u. Aufbewahrung, Voraussetzung usw.

Aufbewahrungsvorschrift

Bereits vor der Erlaubnis (WBK) sollte man die nötigen Sicherheitsbestimmungen zum Verwahren der eigenen Schusswaffen bedenken. Die Aufbewahrung im Kleiderschrank oder sonstigen Möbelteilen (auch wenn verschließbar) ist unzulässig.

Bis Anfang Juli 2017 waren hierfür Tresore der Sicherheitsstufe A bzw. B ausreichend.
Mit der Novellierung des WaffG (06. Juli 2017) ist jetzt die Sicherheitsstufe 0 bzw. 1 erforderlich.
Es wird für Neumitglieder beim erstmaligen Waffenbesitz somit teurer.
Waffen-Genehmigungen, die vor der Novellierung erteilt wurden, behalten allerdings ihre Gültigkeit. Die bisher genutzten Verwahrbehältnisse (Sicherheitsstufen A und B) dürfen im Zuge der Besitzstandswahrung weiterhin genutzt werden.

Voraussetzung für eine Erlaubnis

§ 4 WaffG
(1) Eine Erlaubnis setzt voraus, dass der Antragsteller
1. das 18. Lebensjahr vollendet hat (§ 2 Abs. 1)
2. die erforderliche Zuverlässigkeit (§ 5) und persönliche Eignung (§ 6) besitzt
3. die erforderliche Sachkunde nachgewiesen hat (§ 7)
4. ein Bedürfnis nachgewiesen hat (§ 8) und
5. bei der Beantragung eines Waffenscheines oder einer Schießerlaubnis eine Versicherung gegen Haftpflicht in Höhe von 1 Million Euro - pauschal für Personen- u. Sachschäden - nachweist.
(2) Die Erlaubnis zum Erwerb, Besitz, Führen oder Schießen kann versagt werden, wenn der Antragsteller seinen gewöhnlichen Aufenthalt nicht seit mindestens fünf Jahren im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat.
(3) Die zuständige Behörde hat die Inhaber von waffenrechtlichen Erlaubnissen in regelmäßigen Abständen, mind. jedoch nach Ablauf von drei Jahren, erneut auf ihre Zuverlässigkeit und ihre persönliche Eignung zu prüfen sowie in den Fällen des Abs. 1 Nr. 5 sich das Vorliegen einer Versicherung gegen Haftpflicht nachweisen zu lassen.
(4) Die zuständige Behörde hat drei Jahre nach Erteilung der ersten waffenrechtlichen Erlaubnis das Fortbestehen des Bedürfnisses zu prüfen. Dies kann im Rahmen der Prüfung nach Absatz 3 erfolgen.
Weitere Gesetzesausführungen finden Sie unter " Nützliche Links - Neues Waffenrecht" oder HIER.

Ist die Schusswaffe nur ein Instrument zum Verletzen oder gar zum Töten?


Diese Frage lässt sich sicherlich nicht in Bausch und Bogen beantworten. Die Geschichte der Menschheit lässt hier allerdings wenig Spielraum zur Diskussion. Mit dem Einfallsreichtum des Menschen kamen wie selbstverständlich im Laufe der Jahrtausende auch Erfindungen wie der Bogen oder die Armbrust ins Spiel. Zunächst nur für die Nahrungsbeschaffung (Jagd). Gleichen Zwecken diente auch der Faustkeil oder das Steinbeil aus der Steinzeit. Schon bald, zweifelsohne aus weniger hehren Gründen, richtete und richtet der Mensch (egal welcher Nationalität) seine Erfindungen gern und mit perfidem Einfallsreichtum gegen sich selbst.

Es muss hier wohl in der Natur des Menschen liegen, dass man stets versucht war, und noch immer ist, seine Stärke mit Waffengewalt zu demonstrieren. Nun, diese Gedanken hat ein Sportschütze selbstverständlich nicht!

Die Waffe des Sportschützen ist in erster Linie das Gehirn. Nur mit diesem lassen sich Missbrauch seiner Waffen (Sportgeräte) vermeiden sowie sportliche Erfolge erzielen.

Aus dieser Sicht betrachtet, ist der Sportschütze ein friedlicher und durchaus gesetzeskonformer Bürger.

In einen Schützenverein ist man relativ schnell eingetreten. So manch einer denkt sicherlich, dies war es und ich komme jetzt schnell und problemlos an eine eigene Schusswaffe. Zumindest liest man diese Vorgehensweise sehr häufig in der Presse. Diesem ist natürlich nicht so! Gerade der Sportschütze / Jäger / Waffensammler wird vom Gesetzgeber sehr aufmerksam beobachtet und ”durchleuchtet”. Diese Beobachtung findet in regelmäßigen und unbemerkten Abständen statt. So kann z.B. das Führen eines Kfz unter Alkoholeinfluss zum sofortigen Entzug aller waffenrechtlichen Genehmigungen führen. Bevor man nun aber überhaupt an eine Erwerbsberechtigung zum Waffenbesitz kommt, sind vom Gesetzgeber durchaus sinnvolle Hürden gegeben. Hier sei an erster Stelle die Sachkundeprüfung genannt.

Diese kann man in etwa mit der Führerscheinprüfung (zumindest was den Umfang der Fragen angeht sowie Theorie u. Praxis) vergleichen. Nach dem Bestehen dieser Prüfung ist eine weitere Hürde zu nehmen. Zum sofortigen Erwerb von scharfen Schusswaffen reicht die bestandene Sachkundeprüfung nämlich nicht aus.

Eisenhartes Training!
Auch nach absolvierter Sachkundeprüfung ist die eigene Schusswaffe ohne ausreichendes Training in weiter Ferne. Der angehende Waffenbesitzer muss nämlich mind. 12 Monate am regelmäßigen Training teilgenommen haben. Hat er diese Zeit bewältigt, wird es auf dessen Antrag hin amtlich.
Der Antragsteller wird dann eingehend auf Zuverlässigkeit untersucht. Zeigen sich hier z.B. im Führungszeugnis negative Einträge, wird der Erwerb einer eigenen Schusswaffe untersagt. Selbst übermäßige Schulden können hier zu einer Versagung führen. Weiterhin ist der Nachweis einer Haftpflichtversicherung vorzulegen.
Läuft alles positiv, steht der Ausstellung der gewünschten Waffenbesitzkarte (WBK) nichts mehr im Wege.

Nun hält man sie in den Händen, die langersehnte Waffenbesitzkarte! Ja, und nun? Was kaufe ich mir, was bringt mich sportlich weiter? Eine Waffe, mit der man auch sportliche Erfolge erzielen möchte, hat sicherlich einen schmerzlichen Eingriff in die Haushaltskasse zur Folge.
Dem angehenden Waffenbesitzer sei daher angeraten, sich von “altgedienten Schützen” beraten zu lassen.

Text: Klaus-Andreas Blottnicki